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1. Weshalb eine kaufmännische Lehre?
Keine Ausbildung wird von jungen Leuten so oft gewählt wie die drei Jahre dauernden kaufmännischen Lehren. Kaufleute sind nach der Lehre in allen Zweigen von Wirtschaft und Verwaltung tätig und oft auch in sozialen Berufen zu finden. Es bestehen Dutzende von Möglichkeiten für die Weiterbildung: Treuhänder, Personalfachfrau, Organisator, Bestatterin, Anlageexperte, Betriebsausbilderin sind nur wenige Beispiele einer grossen Zahl von Karrieremöglichkeiten.
2. Wer ist für welche kaufmännische Lehre geeignet?
Das breite Spektrum der späteren beruflichen Möglichkeiten bringt es mit sich, dass sich junge Menschen mit ganz verschiedenen Anlagen und Fähigkeiten für eine kaufmännische Lehre entschliessen. Je nach Voraussetzungen und Interesse kann zwischen drei verschiedenen Anforderungsprofilen gewählt werden:
Kauffrau/ Kaufmann Basisbildung B | Eigentlich waren Sie schon immer daran interessiert, in einem Büro zu arbeiten. Sie wissen aber auch, dass moderne Dienstleistungen eine ordentliche Portion Schulbildung voraussetzen. Wenn Sie Freude an der Arbeit mit dem Computer haben und in der Sekundarschule die Abteilung B bzw. das Niveau G mit guten Noten besucht haben, so starten Sie mit dem Profil B Ihre berufliche Laufbahn. | Kauffrau/ Kaufmann erweiterte Grundbildung E | Sie haben in der Sekundarschule die Abteilung A bzw. das Niveau E mit guten Noten besucht und sind bereit, den Sprung in die Wirtschaftswelt zu wagen. Mit dem Profil E interessieren Sie sich für wirtschaftliche Zusammenhänge, Informatik und Mehrsprachigkeit. Im Betrieb werden Sie bei der Neugestaltung und Optimierung von Aufgaben und Arbeitsabläufen gefordert. | Kauffrau/ Kaufmann mit Berufsmaturität M | Sie schwanken noch zwischen Mittelschule und kaufmännischer Lehre? Für Sie führt das Profil M die beiden Ausbildungswege zusammen. Hier können Sie Ihre hohe Leistungsbereitschaft und Ihre Selbstständigkeit im Lernen unter Beweis stellen. Bereits nach drei Jahren steht Ihnen mit der Berufsmaturität der Weg zu den Fachhochschulen offen. Die kaufmännische Berufsmaturität kann mit der BM2 auch nach dem Erwerb des eidgenössischen Fähigkeitszeugnisses Profil E oder Profil B nachgeholt werden. |
3. Lehrabschluss für Erwachsene nach Art. 32
Für Erwachsene, welche bereits über kaufmännische Berufserfahrung verfügen, besteht die Möglichkeit, den Lehrabschluss nachzuholen. Weitere Informationen finden Sie unter Weiterbildung / Lehrgänge und Kurse / Kaufm. Nachholbildung / Art. 32.
4. Ausbildung im Lehrbetrieb
Voraussetzung für eine kaufmännische Lehre ist ein Lehrvertrag mit einem Lehrbetrieb. Die betriebliche Ausbildung erfolgt mehrheitlich an drei Wochentagen im Lehrbetrieb auf der Grundlage des Modell-Lehrgangs der entsprechenden Ausbildungsbranche. Die betriebliche Ausbildung ist setzt sich aus den folgenden Elementen zusammen:

ÜK
| Die überbetrieblichen Kurse dienen der Vermittlung von Branchenkenntnissen und unterstützen die betriebliche Ausbildung | PE
| Mit Prozesseinheiten beschreiben und bearbeiten die Lernenden betriebliche Abläufe in selbstständiger Arbeit | ALS | Die Arbeits- und Lernsituationen dienen der Qualifikation der Lernenden | Standortbestimmung
| Bei ungenügenden oder sehr guten Leistungen ist während dem 1. Lehrjahr (Standortbestimmung) ein Profilwechsel möglich |
5. Ausbildung an der Berufsfachschule
Ergänzend zur Ausbildung im Lehrbetrieb erfolgt an mehrheitlich 2 Wochentagen die schulische Grundbildung an der Berufsfachschule. Sie setzt sich aus den folgenden Elementen zusammen:

Basiskurs
| Im Basiskurs werden den Lernenden die elementaren Fähigkeiten zur Optimierung des Starts im Betrieb weitergegeben. An den kaufmännischen Berufsfachschulen im Kanton Zürich ist der Basiskurs in den normalen Unterricht an 2 Wochentagen integriert und dauert bis zum 1. überbetrieblichen Kurs im November | IKA | Unterricht in Information, Kommunikation und Administration | W&G | Unterricht in Wirtschaft und Gesellschaft | Sprachen
| Unterricht in Deutsch sowie je nach Profil in einer oder zwei Fremdsprachen | AE
| Ausbildungseinheiten sind Projektarbeiten, Seminare oder Fallstudien zu grösseren, fächerübergreifenden Themenbereichen | Standortbestimmung
| Bei ungenügenden oder sehr guten Leistungen ist während dem 1. Lehrjahr (Standortbestimmung) ein Profilwechsel möglich | SA/IDPA
| Die selbstständige Arbeit (Profil E) oder interdisziplinäre Projektarbeit (Profil M) ist eine von den Lernenden selbst erstellte, schriftliche Arbeit zu einem wählbaren Thema |
Im Profil M findet zusätzlich Unterricht in Mathematik, Geschichte, Psychologie und Biologie statt.
6. Kenntnisse im Tastaturschreiben
Für den Einstieg in die Berufslehre sind gute Kenntnisse im Tastaturschreiben Voraussetzung. Die Wirtschaftsschule KV Winterthur führt deshalb Kurse im Tastaturschreiben durch. Weitere Informationen zum Tastaturschreiben finden Sie im Bereich Downloads.
7. Das Lernmodell der Wirtschaftsschule KV Winterthur
In der heutigen, vom schnellen Wandel geprägten Wirtschaft bleibt fachliches Wissen und Können bedeutsam. Ebenso wichtig sind jedoch der Umgang mit sich selbst (Selbstkompetenzen), der Umgang mit anderen Menschen (Sozialkompetenzen) und das Beherrschen von Instrumenten und Methoden im Umgang mit Fach-, Selbst- und Sozialkompetenzen (Methodenkompetenzen). Dies veranschaulicht unser Lernmodell auf der nächsten Seite, das auf dem kaufmännischen Kompetenzenwürfel beruht:
Gute Leistungen werden jedoch erst möglich, wenn sich Menschen über ihre Ziele im Klaren sind und von sich aus die erforderlichen Kompetenzen erwerben wollen. Deshalb haben wir an der Wirtschaftsschule KV Winterthur kurz- und langfristige Planungs- und Lernjournale entwickelt, die uns bei der Auseinandersetzung mit den fürs Lernen wesentlichen Fragen unterstützen: - Welche Kompetenzen will ich erreichen?
- Was tue ich?
- Wie tue ich es?
- Wie fühlte ich mich?
- Was habe ich erreicht?
Die Einführung der Lernenden in unser Lernmodell und in die kurz- und langfristigen Planungs- und Lernjournale erfolgen im Rahmen unserer Klassenstunde. Die Klassenstunde im 1. Lehrjahr dient gemeinsam mit dem Unterricht in den verschiedenen Fachbereichen der konzertierten Förderung der Selbst-, Sozial und Methodenkompetenzen.

8. Profilwechsel
Das Reglement „Kauffrau/Kaufmann“ vom 24.1.2003 sieht in Art. 10 die Möglichkeit vor, dass Lernende mit überdurchschnittlichen oder ungenügenden Leistungen bis zum Ende des 1. Lehrjahres das Profil wechseln können (Standortbestimmung). Profilwechsel nach dem 1. Lehrjahr sind grundsätzlich nicht mehr möglich mit den folgenden Ausnahmen: - Wechsel vom Profil M ins Profil E sind jederzeit möglich.
- Nach dem erfolglosen Abschluss des Profils E kann das 3. Lehrjahr im Profil B wiederholt und der Lehrabschluss im Profil B abgelegt werden.
Ein allfälliger Profilwechsel soll frühzeitig erfolgen. Als Übertrittstermine kommen das Ende des 1. Semesters und das Ende des 1. Schuljahres in Frage. Ein Wechsel vom Profil M ins Profil E ist nach jedem Semester möglich. Weitere Informationen zum Profilwechsel finden Sie im Merkblatt Profilwechsel auf unserer Webseite im Bereich Downloads.
9. Lehrabschluss
Sowohl für die betriebliche als auch für die schulische Grundbildung muss eine Lehrabschlussprüfung bestanden werden. Den eidgenössischen Fähigkeitsausweis erhält, wer beide Prüfungsteile unabhängig voneinander bestanden hat.
10. Weitere Informationen und Kontakte Bundesamt für Berufsbildung und Technologie | www.rkg.ch | Mittelschul- und Berufsbildungsamt des Kantons Zürich | www.mba.zh.ch/nkg | Branchendach - Interessensgemeinschaft kaufmännische Grundbildung | www.igkg.ch | Web-Seite für und von Lernenden | www.kvreform.ch | Verlag für Schule und Beruf: Lernset für Lernende und Berufsbildner/innen | www.kauffrau-kaufmann.ch | Berufsinformationen | www.berufsberatung.zh.ch | Lehrstellennachweis des Kantons Zürich | www.lena.zh.ch |
Haben Sie noch Fragen?
Dann zögern Sie nicht, mit unserem Sekretariat Kontakt aufzunehmen. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.
Sie können den ganzen Überblick hier herunterladen und ausdrucken. 
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